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Wie sieht die Nachsorge bei FAP aus?
Die frühzeitige Diagnosestellung und die vorbeugende Behandlung der Dickdarmkrankheit durch chirurgische Maßnahmen führen zu einer erheblichen Verbesserung der Lebenserwartung. Wenn ein Teil des Enddarms belassen wurde, sind lebenslang engmaschige Enddarmspiegelungen mit Abtragung der Polypen in 4- bis 6-monatigem Abstand dringend zu empfehlen. Nach der ileoanalen Pouchoperation sind nach Ablauf des ersten Jahres Nachuntersuchungen in jährlichem Abstand angezeigt.
Polypen können auch in anderen Organen des Verdauungssystems entstehen, z. B. im Magen und im Zwölffingerdarm. Während es sich bei den Polypen im Magen fast ausschließlich um harmlose zystische Magendrüsen handelt, liegen im Zwölffingerdarm häufiger Adenome vor, die nach einiger Zeit zu einer Krebsgeschwulst entarten können. Aus diesem Grund wird beginnend spätestens mit dem 30. Lebensjahr die Durchführung regelmäßiger Magen- und Zwölffingerdarmspiegelungen empfohlen. Bei unauffälligem Befund sollte diese Untersuchung in dreijährlichem Abstand, bei Nachweis von Adenomen jedoch einmal jährlich durchgeführt werden.
In einem geringen Prozentsatz treten bei FAP-Patienten bindegewebige Tumoren, sog. Desmoide, auf. Diese Geschwulste werden nicht bösartig, aber sie sind sehr fest und können durch die Platzbeanspruchung im Bauch oder an der Bauchdecke zu Beschwerden führen. Bei Beobachtung solcher Veränderungen sollte die weitere Betreuung und Therapie an einem mit Desmoidtumoren erfahrenen Zentrum erfolgen.
Richtlinien für die Nachsorge (bei unauffälligem Verlauf)
- Ausführliche körperliche Untersuchung jährlich
- Darmspiegelung je nach Operationsmethode:
– bei der Enddarm-erhaltenden Operation (ileo-rektale Anastomose) in 4–6-monatigem Abstand.
– bei der Dünndarmbeutel-Bildung (Pouch-Operation) nach 3 Monaten und nach 1 Jahr, später ist ein jährlicher Abstand der Pouchoskopie angemessen.
– die Naht zwischen Pouch und After sollte ebenfalls jährlich mit einem starren Rohr genau inspiziert werden, da in einigen Fällen unvermeidbar Schleimhautinseln des Mastdarms verbleiben.
- Magen- und Zwölffingerdarmspiegelung in dreijährlichem Abstand, bzw. häufiger bei
pathologischem Befund.
- Bei Beobachtung von krankhaften Befunden muss diese Empfehlung individuell angepasst
werden.
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